Wie läuft das Studium ab?
Das Studium Digitale Gesellschaft ist in sieben Semester unterteilt. In den ersten beiden Studienjahren werden die Grundlagen studiert. Mit diesem Wissen ausgestattet, ist im fünften Semester eine Praxisphase vorgesehen. Dort können individuelle Schwerpunkte entwickelt und es kann das Gelernte im Arbeitsalltag vertieft werden. Im Anschluss beginnt das Abschlussjahr. Dort wird zunächst eine Projektarbeit durchgeführt, welches Studierende in kleinen Teams über ein Semester bearbeiten. Darüber hinaus sind sechs Wahlpflichtmodule vorgesehen, um die individuellen Schwerpunkte des eigenen Studiums weiterentwickeln zu können.
Prof. Müller, Studiengangsleitung Digitale Gesellschaft, erläutert den Ablauf des Studiums im folgenden YouTube Video noch genauer:
Die 5 Säulen der Digitalen Gesellschaft
Grundlagen der Digitalisierung
Hier werden jene Aspekte behandelt, die dafür sorgen, dass digitale Technologien funktionieren. Die Vermittlung eines Grundlagenverständnisses steht im Vordergrund. Das Ziel ist, zu wissen, wie Informationstechnik funktioniert, welche Beispielsysteme existieren und wie Planung und Durchführung von Entwicklungsprojekten ablaufen.
Mensch und Digitalisierung
In dieser Säule wird speziell darauf geachtet, wie Menschen mit digitalen Technologien arbeiten. Dazu werden in den ersten drei Semestern die psychologischen Grundlagen der Mediennutzung vermittelt und mit diesem Wissen im vierten Semester die Mensch-Computer-Interaktion studiert.
Sozioinformatik
Im Bereich der Sozioinformatik werden empirisch-wissenschaftliche Grundlagen erlernt, in aktuellen Diskursen angewendet und in Bezug zu ethischen, rechtlichen und sozialen Auswirkungen der Digitalisierung gesetzt.
Recht/BWL
Bei Recht/BWL werden grundlegende Kenntnisse zu den Wirtschafts- und Rechtwissenschaften vermittelt und darauf aufbauend das notwendige Know-How zum Management von Innovationen sowie zu zur Unternehmensgründung behandelt.
Design/Skills
Diese Lehreinheiten dienen dazu, dass alle Studierenden das gleiche Verständnis von Design- und Medientheorien entwickeln, sprachlich ein vergleichbares Niveau von Englischkenntnissen besitzen (wichtig für die Teilnahme am aktuellen wissenschaftlichen Diskurs) und wie digitale Medien gestaltet und getestet werden können.
Studienverlauf
1. Semester
Grundlagen Informatik: Eine Einführung in die maschinelle Verarbeitung von Informationen. Es werden Themen wie Informationsdarstellung, Abstraktion, Modellierung und verschiedene Teilgebiete der Informatik, einschließlich technischer, theoretischer, praktischer und angewandter Informatik sowie Künstliche Intelligenz behandelt.
Mathematik: Kursinhalt sind Begriffe und Techniken aus den Gebieten der Aussagenlogik, Zahlentheorie und Linearen Algebra. Dabei werden Grundlagen für weiterführende mathematische Vorlesungen gelegt und Anwendungen der Mathematik in der digitalen Gesellschaft aufgezeigt.
Informationspsychologie: Vermittlung von psychologischen Grundlagen der Informationspsychologie in digitalen Gesellschaften und von Verständnis für empirisch-wissenschaftliches Arbeiten. Studierende lernen die grundlegenden Funktionsbereiche der Psychologie und deren Relevanz für soziales Handeln in digitalen Gesellschaften.
Einführung in die Sozioinformatik: Ein Überblick über die Sozioinformatik und die gesellschaftlichen Aspekte von Digitalisierungsprozessen. Studierende werden befähigt, Diskurse im Bereich einer digitalen Gesellschaft zu überblicken und Beiträge auf empirisch gesichertem Niveau zu formulieren.
Grundlagen Wirtschaftswissenschaften: Der Kurs vermittelt die Grundlagen der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, einschließlich Themen wie Rechtsformen, Produktivität, Wirtschaftlichkeit, betriebliches Rechnungswesen, Preisbildung auf Märkten und volkswirtschaftliche Gesamtrechnung.
Design- und Medientheorie: Hier wird ein Einblick in die wichtigsten Design- und Medientheorien des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart geboten. Die historische Entwicklung der modernen Medienkultur und ihre gesellschaftlichen Wirkungen werden anhand von Fallstudien untersucht und diskutiert.
2. Semester
Low-Code: Kursinhalt ist prozedurale und objektorientierte Programmierung in Java, um Lösungsstrategien für Softwareentwicklung zu entwickeln und bestehende Lösungen zu analysieren.
Allgemeines Wahlpflichtmodul: Weiterqualifizierung über den Studieninhalt hinaus.
Medienpsychologie: Vermittlung von Sozialwissenschaftlichen Grundlagen der Mediennutzung, Medienwirkung und Kommunikation auf individueller, gruppenbezogener und gesellschaftlicher Ebene.
Empirische Grundlagen: Studierende lernen empirische Methoden, um Forschungsthemen vorzubereiten, Theorien zu überprüfen und ethische Herausforderungen in Forschungsprojekten zu diskutieren.
Einführung in das Recht: Grundlegende Kenntnisse über Grundstrukturen der Rechtsordnung und juristische Methoden, um juristische Fragestellungen einordnen und bewerten zu können.
English for IT: Verbesserung der mündlichen und schriftlichen Kommunikationsfähigkeit im IT-Bereich, um Fachtexte zu verstehen, verfassen und in verschiedenen Situationen präsentieren zu können.
3. Semester
Grundlagen Künstliche Intelligenz: Der Kurs behandelt die Entwicklung, Grundlagen und Anwendungsfelder der Künstlichen Intelligenz (KI) und untersucht, wie KI in einer digitalen Gesellschaft eingesetzt wird.
Software-Engineering: Studium von Algorithmen, Datenstrukturen und Software-Engineering-Grundlagen, um technische Probleme zu analysieren und Lösungen zu entwickeln. Zudem wird geübt, wie Anforderungen mit UML modelliert werden.
Kognitive Prozesse: Untersuchung von kognitiven Verarbeitungsprozesse und Messmethoden, um digitale Informationen und Anwendungen besser zu bewerten.
Themen der Sozioinformatik: Erforschung aktueller Diskurse im Bereich der Sozioinformatik sowie Einordnung und Analyse digitaler Entwicklungen. Die Inhalte in diesem Modul werden jedes Jahr auf die aktuellen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurse zur Thematik Digitalisierung angepasst.
Innovationsmanagement und Unternehmensgründung: Vermittlung von Begriffen und Konzepte zur Entwicklung von Businessplänen und Geschäftsmodellen.
User-Experience und Konsumpsychologie: Kursinhalt sind nutzerorientiertes Webdesign, Web-Usability und barrierefreies Webdesign. Studierende lernen, wie man Weboberflächen plant, entwickelt, testet und optimiert.
4. Semester
Soft- und Professional Skills: Erlernen von grundlegenden Kenntnisse in Moderation, Verhandlung, Körpersprache, Team- und Konfliktmanagement sowie Arbeits- und Präsentationstechniken.
IT-Projektmanagement: Studierende lernen Projektmanagement-Kompetenzen und Methoden, insbesondere für Projektleitungen. Außerdem werden verschiedene Vorgehensmodelle und agile Methoden wie Scrum und Kanban vermittelt.
Mensch-Computer-Interaktion: Vertiefung von Wissen in menschzentrierter Gestaltung, Usability und barrierefreiem Design. Zudem beinhaltet der Kurs Analysen typischer Aufgabenstellungen und Anwendung von Methoden aus dem Human-Computer-Interactiondesign.
ELSI und Digitalisierung: Methodenbasierte Untersuchung des wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurses zu ethischen und rechtlichen Herausforderungen der Digitalisierung sowie Themen wie Nachhaltigkeit und Datenschutz.
Urheber- und Medienrecht: Vermittlung von Wissen und Kompetenzen zu rechtlichen Fragestellungen der Digitalen Gesellschaft insbesondere Äußerungsrecht, Persönlichkeitsschutz, Plattformregulierung, Urheberrecht, KI-Regulierung.
Philosophie: Eine Einführung in grundlegendes Verständnis von Designverfahren. Es werden Designs analysiert, optimiert und Beispiele besprochen. Zudem eine Verknüpfung philosophischer Implikationen mit wissenschaftlichen Themengebieten wie der Bildsemiotik.
5. Semester
Praktikum: Anwendung und Vertiefung von erworbenem Wissen in der Praxis. Studierende erhalten ein besseres Verständnis für die Abläufe in der realen Arbeitswelt.
Du suchst dir ein passendes Unternehmen, eine passende Einrichtung oder Behörde aus und arbeitest dort an einem Digitalisierungsprojekt mit. Idealerweise lernst du dabei alle Projektphasen – Analyse, Design, Entwicklung, Implementierung und Evaluation – aus der Praxis kennen und endeckst persönlich wichtige Schwerpunkte für den weiteren Studienverlauf.
6. und 7. Semester
Projektarbeit: Eine Teamarbeit (mindestens drei Studierende), die sowohl auf dem theoretischen Grundlagenwissen sowie auf dem im Praktikum erworbenen praxisnahen Know-How aufbaut. Sie beinhaltet eine Aufgabenstellung im Bereich der Digitalisierung, welche die Analyse, Entwicklung, Implementierung und Evaluierung einer eigenen digitalen Applikation im Kontext einer digitalen Gesellschaft bearbeitet. Jedes Projekt wird von einem Dozierenden der Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik betreut.
Praktische Anwendungsgebiete der Digitalisierung: In diesem Modul liegt der Fokus auf der Umsetzung und Anwendung von Digitalisierung in verschiedenen Kontexten, die auch in der Zukunft relevant bleiben werden. Dabei werden aktuelle Beispiele und zukünftige Anwendungsbereiche in Bezug auf bisher erworbene Fähigkeiten besprochen. Themen wie „Digitalisierung kommunaler Dienstleistungen“ und „Herausforderungen im Bereich autonomer Systeme“ dienen als exemplarische Anwendungsgebiete.
FWPM I – VI: Zur Vertiefung des individuellen Studienschwerpunktes wählen Studierende von freien Wahlpflichtmodulen der Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik sowie der Fakultät Gestaltung, der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften oder, auf Antrag, weiterer Fakultäten. Mindestens eines der FWPMs muss aus der Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik stammen, die restlichen können zu einer vertiefenden Auseinandersetzung mit psychologischen, sozialen oder gestalterischen Themengebieten genutzt werden.
Bachelorarbeit und Bachelorseminar: Studierende zeigen, dass sie nach den theoretischen und praktischen Studien befähigt sind, eigenständig ein definiertes Problemfeld wissenschaftlich zu bearbeiten.
Dabei wird das gewählte Thema zunächst umfassend beschrieben, der empirisch-theoretische Rahmen diskutiert und mögliche Lösungen entwickelt. Unter Vorgabe einer vorgegebenen Frist wird die eigene Fachpraxis belegt und es werden selbstständig adäquate Methoden ausgewählt, angewandt. Darunter fallen insbesondere die Planung der einzelnen Arbeitsschritte sowie das Verfassen eines kohärenten wissenschaftlichen Textes und die angemessene Präsentation der essentiellen Erkenntnisse im Rahmen einer Verteidigung, welche im Bachelorseminar geübt und abgenommen wird.
